Pfefferpotthast – Grüße aus Westfalen

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Die Rezept-Kategorie „Direkt aus der Heimat“ fassen wir dieses Mal etwas weiter – Pfefferpotthast ist ein typisch westfälisches Gericht, und da wir zu 50 % aus Westfalen kommen und zumindest mir dieses Gericht seit der Jugend bekannt ist, ist es durchaus ein Gericht aus der Heimat.
Pfefferpotthast ist ein Ragout, welches Pfeffer als tragende Komponente enthält und so viel bedeutet wie „Topf-Braten“. Das Wort „Hast“ verweist hierbei auf ein Stück Rindfleisch; über den Begriff „Pfeffer“ streiten sich die Gelehrten, ob hier der Pfeffer gemeint ist oder der Sammelbegriff für Gewürze aus fremden Ländern. Erstmals erwähnt wurde es in Dortmund im Jahre 1378. Traditionell wurde und wird es ab einem gewissen Zeitpunkt im Herbst gereicht, und zwar mit schwarzem Pfeffer. Von der Jahreszeit her weichen wir davon ab, es ist Sommer – aber wir mussten es tun. Erstmals selber probiert habe ich es nämlich in den 80er-Jahren, da ich zusammen mit einem Freund Verwandtschaft in Verden an der Aller besucht habe, und es war im Sommer. Verden ist ein Stück von Westfalen entfernt, die Familie ist aber weit verstreut, und ein Teil hatte feste Verbindungen mit Westfalen. Da ich den Geschmack heute noch erkenne, hat unser Rezept getroffen.

Das Gericht selber ist einfach in der Herstellung und kennt nur wenige Zutaten. Wie bei jedem guten Ragout, liegt die meiste Zeit im langsamen Kochen auf kleiner Flamme, die man einkalkulieren muss – daher nichts für ein schnelles Abendessen. Belohnt wird man eben durch ein Stück deutscher Küche, und am nächsten Tag aufgewärmt gewinnt das Ragout nochmal an Geschmack.

Bei der Menge haben wir uns nicht nach Anzahl der Personen gerichtet, sondern von der angegebenen Menge der Hauptzutat Rindfleisch. Derartige „Eintöpfe“ kocht man aber generell nicht in kleinen Mengen, sodass Reste auch problemlos in der Tiefkühltruhe landen können.

Kulinarisch ist Pfefferpotthast das, was Westfalen und die dortigen Menschen ausmacht: Direkt, schnörkellos und ohne Umschweife, aber herzlich. Quasi „direkt von’ne Kelle in’ne Seele“. Als Getränk empfehlen wir ein Exportbier* sowie dazu oder hinterher einen Korn. Beilage sind traditionell Salzkartoffeln, Gewürzgurken und/oder Rote Bete – wir leisten uns hier einen Fauxpas, da wir noch Semmelknödeln übrig hatten und diese nicht „umkommen lassen“ wollten. Auch hier wieder ein Verweis auf die westfälische Herkunft, etwas „nicht umkommen lassen“ heißt Nahrungsmittelverschwendung zu vermeiden – welcher deutsche Dialekt kennt noch ein spezielles Wort dafür?

*Exportbier hat gerade im Ruhgebiet Tradition, da dieses mehr Zucker enthält (Zucker konserviert und ist für den Export geeigneter, da das Bier länger hält daher der Name). Kamen die Kumpel von der Bergwerksschicht, hat man eine Kurve über die Stammkneipe gedreht, und Exportbier liefert schnell Energie. Korn ist zudem ebenso eine Tradition, da die Herstellung dort bereits im frühen 18. Jahrhundert begann. Bier und Korn gehören hier zwingend zueinander und NEIN, Westfalen saufen nicht. Sie feiern nur alles und jeden.

Zutaten:

  • 1.000 g Rindfleischwürfel
  • 500 g / 2 große (Metzger)zwiebeln, in Ringe geschnitten. Wird mehr Zwiebel-Aroma gewünscht, die Zwiebelmenge im Verhältnis zum Fleisch 1:1 auf 1.000 g erhöhen
  • 2 EL Schweineschmalz, neutrales Öl oder 2 EL Butterschmalz
  • 750 – 800 ml Rinderbrühe
  • 2 EL Weizenmehl
  • 2 – 3 Lorbeerblätter
  • 3 TL frische grob gemahlenen schwatzen Pfeffer
  • Salz
  • 1 gestrichenen EL Majoran
  • 2 Gewürznelken, zerstoßen (ersatzweise eine Prise Muskat)

Zubereitung:

  • Das Fleisch mit Schmalz oder Öl / Butterschmalz in einem Topf mit großer Hitze scharf anbraten, bis alle Würfel braun angebraten sind. Bei kleinerem Topf muss man hier in „Raten“ arbeiten, sprich das Fleisch in kleineren Portionen nacheinander anbraten. Hierbei soll ein leichter Belag am Topfboden entstehen.
  • Das Fleisch in ein anderes Gefäß geben und im selben Topf die Zwiebeln bei mittlerer Hitze braten, bis sie weich und leicht goldfarben werden.
  • Das Weizenmehl hinzugeben und weiter erhitzen, bis das Mehl Bindung mit den Zwiebeln bildet.
  • Das Fleisch wieder hinzugeben, die Gewürze und die Brühe ergänzen und kurz aufkochen lassen.
  • Die Hitze deutlich reduzieren (auf einer Skala von 1 – 9 hier je nach Herd Stufe 1 oder knapp darunter einstellen) und mit geschlossenem Topf mindestens 2 Stunden köcheln lassen. Dabei alle ca. 20 – 30 Minuten kurz umrühren.
  • Die Lorbeerblätter entfernen, mit Salz abschmecken und nach Wunsch mit Petersilie garniert servieren.
Schwierigkeitsgrad
Zutatenbeschaffung
Vorbereitungszeit
Zubereitungszeit

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